Was motiviert Sie dazu, Ihren Fuhrpark auf grüne Antriebe umzustellen?
Unser Anspruch ist es, unseren Kunden qualitative, nachhaltige Transport- und Logistikdienstleistungen zu bieten. Damit das auch zukünftige Generationen noch tun können, reduzieren wir unsere Emissionen, wo es geht.
Alle reden über Nachhaltigkeit – wir wollen nicht nur drüber sprechen, sondern auch wirklich nachhaltig handeln. Zukunftsfähigkeit entsteht schließlich nur, wenn wir den Wandel selbst aktiv mitgestalten. Als Unternehmer sind wir dafür verantwortlich, dass es unseren Mitarbeitenden gutgeht und auch zukünftige Generationen sowie die gesamte Region nachhaltig davon profitieren. 90 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Familienunternehmen: Wer also, wenn nicht wir, soll damit anfangen, etwas zu bewegen?
Welche Ziele haben Sie sich bei der Umstellung auf klimafreundliche Nutzfahrzeuge gesetzt?
Unter dem Slogan „Charge the Future“ bündelt Metzger zahlreiche strategische Maßnahmen, die weit über klassische Nachhaltigkeitsinitiativen hinausreichen. Dazu zählen die Elektrifizierung von mindestens 50 Prozent der Lkw-Flotte bis 2030, der Ausbau einer eigenen Ladeinfrastruktur sowie ein breit angelegtes Konzept zur nachhaltigen Mitarbeiterführung.
Die Verbrenner-Lkw tanken außerdem seit Dezember 2024 nur noch HVO100. Den Strom für unsere E-Lkw und unseren laufenden Betrieb beziehen wir über die eigene Solaranlage auf dem Hallendach. Dabei bleibt so viel Strom übrig, dass wir die Ladesäulen auf unserem Hof der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen können.
Um zudem möglichst nachhaltig zu fahren, haben unsere Fahrer verschiedene Eco-Trainings absolviert. Dadurch konnten wir den Verbrauch im Schnitt von 35 auf 28 Liter senken. Seit dem Training küren wir jeden Monat fünf Top Drivers, die besonders nachhaltig gefahren sind.
Wie sind Sie konkret vorgegangen?
Technologie- und Anforderungsanalyse:
- Ist-Analyse des bestehenden Fuhrparks (Reichweitenbedarf, Nutzlast, Tourenprofile, Standzeiten)
- Bewertung verschiedener Antriebstechnologien hinsichtlich Einsatzprofil und Unternehmenszielen
- Nutzung der eigenen PV-Anlage als strategischer Vorteil → Versorgung mit eigenem, grünem Strom
- Erkenntnis: E-Lkw decken bereits heute typische regionale und viele Fernverkehrsanforderungen ab.
Fahrzeugbeschaffung & Erprobung:
- Frühe Pilotierung: Anschaffung eines MAN eTGM-Vorserienfahrzeugs (ab 06/2021) in Kooperation mit MAN und der TU München
- Testeinsatz weiterer E-Lkw im realen Tagesgeschäft über mehrere Wochen
- Kontinuierlicher Fahrerdialog → Feedback zu Handling, Reichweite und Ladebedarf floss in die Bewertung ein
Planung & Aufbau der Ladeinfrastruktur:
- Netzanschlussprüfung am Standort: Analyse der vorhandenen Leistung und des Erweiterungsbedarfs
- Bewertung der vorhandenen Trafoleistung
- Auswahl passender AC-/DC-Ladelösungen je nach Fahrzeugtyp und Einsatz
- Konzeption eines Lade- und Lastmanagementsystems (inkl. Priorisierungen)
- Enge Abstimmung mit dem Energieversorger und dem Infrastrukturpartner CityWatt.
Kooperationen:
- Laufender Austausch mit OEMs (Original Equipment Manufacturer), Energieversorgern, Verbänden und Fachnetzwerken
- Nutzung staatlicher Förderprogramme (z. B. KsNI)
Welche Erkenntnisse konnten bei der Umstellung bisher gewonnen werden? Welche besonderen Herausforderungen gab es? Welche „Dos and Don’ts“ sollten andere bei der Umsetzung beachten?
Einsatz der Fahrzeuge
- Realreichweiten liegen meist unter Herstellerangaben → stark abhängig von Temperatur, Beladung, Topografie und Fahrweise
- Planbare, wiederkehrende Touren eignen sich ideal → besonders regionale Verkehre
- Fahrerakzeptanz ist ein Schlüsselfaktor:
- Informationsveranstaltungen erleichterten die Einführung
- Erfahrene E-Fahrer wurden zu Botschaftern und Multiplikatoren
- Deutlich geringerer Wartungsaufwand: Kein Abgasstrang, weniger Verschleißteile
- Rekuperation steigert Effizienz im Stop-and-Go-Verkehr erheblich → energiebewusste Fahrweise verlängert Reichweite
Lade- & Energieinfrastruktur
- Ladeleistung muss zum Betrieb/zu den Standzeiten passen → in vielen Fällen reichen 22–150 kW DC völlig aus
- Lastmanagement ist unverzichtbar → verhindert Lastspitzen und reduziert Betriebskosten
- Park- und Ladeflächenplanung ist komplexer als erwartet (Kabelwege, Rangierlogistik, Brandschutz)
Kontakt
Anja Weiß
Business Unit Managerin Technik
Metzger Spedition GmbH
anja-weiss@metzger-spedition.de
Kontakt Nachhaltigkeitsbeauftragte: nachhaltigkeit@metzger-spedition.de






