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Was motiviert Sie dazu, Ihren Fuhrpark auf grüne Antriebe umzustellen? 

Als privatwirtschaftliches Entsorgungsunternehmen handeln wir im Dienste der Umwelt und sehen es als unsere Verantwortung, aktiv zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und zur Verbesserung der Lebensqualität in unseren Einsatzgebieten beizutragen. Elektro-Abfallsammelfahrzeuge ermöglichen uns einen lokal emissionsfreien Betrieb und leisten damit einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz.

Gleichzeitig hat uns der Praxiseinsatz überzeugt: Unsere Elektro-Sammelfahrzeuge absolvieren Sammeltouren zuverlässig und ohne Leistungseinbußen. Sie verbinden innovative Technologie mit hoher Effizienz und zeigen, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Betrieb kein Widerspruch sind. Ein weiterer Motivationspunkt ist der nahezu geräuschlose Betrieb der Fahrzeuge, der insbesondere in Wohngebieten zu einer deutlichen Reduzierung der Lärmbelastung führt und die Akzeptanz sowie Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger erhöht. Die unternehmenseigene Ladeinfrastruktur stärkt unsere Unabhängigkeit und Betriebssicherheit. Sie ermöglicht kurze Ladezeiten und gewährleistet einen reibungslosen Einsatz der E-Flotte im täglichen Betrieb.

Darüber hinaus spielt die Einhaltung des Sauberen-Fahrzeug-Beschaffungsgesetzes (SfbG) eine zentrale Rolle: Durch die konsequente Umstellung auf Elektrofahrzeuge erfüllen wir nicht nur die Anforderungen öffentlicher Ausschreibungen und Beschaffungsrichtlinien, sondern übertreffen diese, die zunehmend auf emissionsfreie und nachhaltige Mobilität ausgerichtet sind. Damit sichern wir den rechtlichen Rahmen unserer Beschaffung und unterstreichen zugleich unseren Anspruch, eine Vorreiterrolle in der nachhaltigen Flottenführung einzunehmen.

Welche Ziele haben Sie sich bei der Umstellung auf klimafreundliche Nutzfahrzeuge gesetzt? 

Im Zentrum steht der Beitrag zum Klimaschutz durch emissionsfreie Fahrzeuge, verbunden mit einer langfristigen Reduzierung unseres CO₂-Ausstoßes. Konkret planen wir, unsere Flotte bis 2030 schrittweise von derzeit 6 auf rund 15 Elektrofahrzeuge auszubauen, abgestimmt auf die vorhandene unternehmenseigene Schnellladeinfrastruktur. Damit stellen wir sicher, dass Effizienz, Verfügbarkeit und Betriebssicherheit jederzeit gewährleistet sind und die Umstellung planbar und nachhaltig erfolgt.

Wie sind Sie konkret vorgegangen? 

Zunächst haben wir einen sechsmonatigen Praxistest mit einem Elektro-LKW auf einer regulären Verbrenner-Sammeltour durchgeführt. So konnten wir realistische Einsatzbedingungen, Reichweite, Ladezeiten und Handling unter Alltagsbedingungen evaluieren.

Auf Basis dieser Erfahrungen haben wir anschließend Hersteller sorgfältig ausgewählt, indem wir unsere Praxisergebnisse direkt mit den potenziellen Anbietern geteilt haben. Dies stellte sicher, dass die Fahrzeuge den Anforderungen unserer Sammeltouren optimal entsprechen. Parallel dazu haben wir die Planung und den Aufbau unserer firmeneigenen Schnellladeinfrastruktur vorangetrieben, um kurze Ladezeiten und maximale Verfügbarkeit der Flotte zu gewährleisten.

Darüber hinaus haben wir gezielt Kooperationen mit Herstellern, Energieversorgern und Technikpartnern aufgebaut, um Know-how auszutauschen, Prozesse zu optimieren und die Umstellung langfristig effizient und nachhaltig zu gestalten. Durch diesen methodischen Ansatz konnten wir sowohl die technologische Zuverlässigkeit als auch die betriebliche Praxistauglichkeit unserer E-Flotte sicherstellen.

Welche Erkenntnisse konnten bei der Umstellung bisher gewonnen werden? Welche besonderen Herausforderungen gab es? Welche „Dos and Don’ts“ sollten andere bei der Umsetzung beachten? 

Konkrete Erkenntnisse aus der Umstellung auf E-Abfallsammelfahrzeuge

  • Volle Einsatzfähigkeit im Regelbetrieb: Die E-Abfallsammelfahrzeuge bewältigen alle ausgewählten geplanten Sammeltouren zuverlässig und ohne Leistungseinbußen gegenüber konventionellen Fahrzeugen.
  • Reichweite ist planbar: Bei klar definierten Touren und bekannten Einsatzprofilen ist die Reichweite gut kalkulierbar.
  • Hoher Fahrkomfort: Fahrerinnen und Fahrer schätzen das ruhige Fahrverhalten, die direkte Leistungsabgabe und den geringeren Geräuschpegel.
  • Positive Außenwirkung: Der leise, emissionsfreie Betrieb wird von der Bevölkerung wahrgenommen und positiv bewertet.
  • Eigene Ladeinfrastruktur ist ein entscheidender Erfolgsfaktor: Die firmeneigene Schnellladeinfrastruktur ermöglicht kurze Ladezeiten und hohe Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge.

Herausforderungen und Erfahrungen

  • Technische Schnittstellenprobleme: Ladeabbrüche können auftreten, wenn Fahrzeuge und Ladeinfrastruktur nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind.
  • Spannungsvarianten beachten: Berücksichtigung unterschiedlicher Spannungsvarianten (400 V / 800 V), wobei das Laden im Regelfall über die unternehmenseigene Ladeinfrastruktur und nicht extern erfolgt.
  • Mangelnde Praxiserfahrung der Hersteller: Hersteller haben oft wenig Erfahrung mit den spezifischen Anforderungen kommunaler Sammelfahrzeuge; Schnittstellen (z. B. ePTO für Aufbauten) müssen gezielt getestet und abgestimmt werden.

Dos & Don’ts für andere Unternehmen

Dos:

  • Einsatzprofile frühzeitig analysieren und Ladeinfrastruktur darauf abstimmen.
  • Lade- und Fahrzeugtests im Realbetrieb durchführen.
  • Schnittstellen zwischen Fahrzeug, Aufbau und Ladeinfrastruktur gründlich prüfen.
  • Kooperation mit Herstellern suchen und Praxiserfahrungen einbringen.
  • Unterschiede in Spannungssystemen sollten beachtet werden.

Don’ts:

  • Ladeinfrastruktur ohne Kompatibilitätstests bereitstellen.
  • Planung der Infrastruktur und des Betriebs getrennt voneinander betrachten.

Kontakt

Weitere Informationen:

E-Mobilität Jakob Becker