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Welche Ziele haben Sie sich bei der Umstellung auf klimafreundliche Nutzfahrzeuge gesetzt und wie sind Sie dabei konkret vorgegangen? 

Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften ist uns wichtig. Daher engagieren wir uns bereits seit zwei Jahren als Praxispartner im BMWE-geförderten Projekt Transportation in Charge. Unter der Projektleitung des Fraunhofer IFAM werden Konzepte für die zukünftige Planung der Ladeinfrastruktur in Gewerbegebieten und Güterverkehrszentren erarbeitet.

Dabei setzen wir auf MAN eTGX als 27-to-Fahrgestelle mit Wechselbrücke. Zwölf dieser Fahrzeuge haben wir im Rahmen dieses Projekts gekauft und in Betrieb genommen. Alle unsere Fahrzeuge verfügen zudem über einen elektrisch betriebenen Mitnahmestapler.

Gleichzeitig haben wir in entsprechende Ladeinfrastruktur investiert. An bisher zwei Standorten haben wir jeweils 3 Ladesäulen mit je 400kW Anschlussleistung und zwei Ladepunkten aufgestellt. Zu diesem Zweck wurde die lokale Energieversorgung auf Mittelspannung umgestellt. Weitere Standorte sind derzeit in Vorbereitung, um den Einsatz der Fahrzeuge noch flexibler gestalten zu können.

Die staatliche Förderung aus dem KsNI-Programm des BMV hat uns dabei wesentlich geholfen, als Mittelständler die großen Anschubinvestitionen zu bewältigen.

Seit wenigen Monaten sind wir nun in der Praxisphase. Im Wesentlichen absolvieren die E-Lkw Tagestouren zu unseren Kunden. Bei 10 – 20 regionalen Abladestellen werden so täglich 250 – 300 km zurückgelegt. Einzelne Fahrzeuge werden zudem im Nachtsprung zwischen unseren Standorten eingesetzt, somit realisieren wir bis zu 650 km in 24 Stunden. Unser Ziel ist es, den kompletten operativen Betrieb in der eigenen Hand zu haben und die Energieversorgung so weit wie möglich aus eigenen Solaranlagen zu speisen. Aus Kostengründen haben wir dabei bisher auf separate Energiespeicher verzichtet. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in unsere Investitionsplanung der nächsten Jahre einfließen mit dem Ziel, die Elektro-Lkw-Flotte auszubauen.

Welche konkreten Erkenntnisse konnten bei der Umstellung bisher gewonnen werden? Welche besonderen Herausforderungen gab es? Welche „Dos and Don’ts“ sollten andere bei der Umsetzung beachten? 

Nachdem die Anfangsprobleme der Schnittstellen zwischen Lkw, Lastmanagement und Ladeinfrastruktur überwunden sind, laufen die Fahrzeuge reibungslos. Positiv überraschte der Energieverbrauch, der 10 – 15 Prozent unter unseren Erwartungen liegt und das Projekt wirtschaftlich attraktiv macht.

Die größte Herausforderung ist noch immer der Weg zu einer gesicherten Energieversorgung der Ladeinfrastruktur, die größten Hürden sind insbesondere die begrenzten Netzkapazitäten und regional unterschiedlichen technischen Anforderungen der jeweiligen Netzbetreiber.

Kontakt

Stefan Grotheer, Geschäftsführer Behrens-Wöhlk GmbH & Co. KG

stefan.grotheer@behrens-gruppe.de